Basale Stimulation ist ein Konzept zur Förderung, Pflege und Begleitung beeinträchtigter Menschen.
Die basal stimulierende Pflege ist eine bestimmte Form von Pflegebewusstsein und basiert auf einer Beziehung zwischen dem Patienten und der Pflegeperson.
Pioniere- Wegbereiter der Basalen Stimulation sind:
Prof. Dr. Andreas Fröhlich: Sonder- und Heilpädagogischer Psychologe, arbeitet mit geistig und körperlich schwerstbehinderten Kindern.
Christl Bienstein: Krankenschwester und Diplompädagogin überträgt das Konzept in die Erwachsenenpflege.
Somatische Stimulation
Der wichtigste Bereich ist die Förderung der somatischen Wahrnehmung durch:
- Waschungen - beruhigende, anregende, bobathorientierte Waschungen werden angeboten. Waschungen können eine anregende oder beruhigende Wirkung erzielen.
- Einreibungen - Atemstimulierende Einreibung, die dem Patienten zu einer ruhigen, gleichmäßigen Atmung verhelfen soll.
- Körperberührung - Berührungen haben unterschiedliche Qualität. Sie können fest, eindeutig, klar, hastig, oberflächlich, schmerzhaft, behutsam oder unangenehm sein. Je nach Qualität der Berührung können therapeutische Reize ausgelöst werden.
Vestibuläre Stimulation
Die vestibuläre Wahrnehmung informiert über die Lage und Bewegung im Raum.
Durch unterschiedliche Lagerungsformen und Bewegungsmöglickeiten können wir eine Anregung des Gleichgewichtes betreiben. Die Bewegungen geben dem Patienten Information, dass etwas geschieht, bereiten den Nervus vestibularis auf weitere Informationen vor und schützen so vor einer vestibulären Überforderung wie Schwindel.
Vibratorische Stimulation
Ziel der vibratorischen Wahrnehmung ist die Erfahrung von Körpertiefe und Körperfülle und innere Stabilität. Es kann zu einer tiefen Entspannung, bei gleichzeitiger Wachheit und Aufmerksamkeit führen.
Sinn der vibratorischen Stimulation:
- Dem Patienten Informationen über seinen eigenen Körper zu vermitteln
- Aufmerksamkeit zu erlangen

- Orale Stimulation: Der Mundbereich hat eine besondere Bedeutung; durch intensive Wahrnehmung, durch positive Erfahrungen wird er zum Genussorgan und damit zu einer der sensibelsten und empfindungs-intensivsten Körperzone des Menschen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang die adäquate Durchführung der Mundpflege und die Nahrungsaufnahme.
- Olfaktorische Stimulation: Geruchsreize spielen beim Menschen vor allem für soziale Kommunikation und für die Nahrungsaufnahme eine Rolle.
Viele Gerüche gehen weit in die Lebensbiographie zurück, sie sind positiv oder negativ besetzt.
Geruch ist einer der wesentlichen Erinnerungsauslöser - Taktil/Haptische Stimulation: Taktil/haptische Stimulation hat das Ziel, den wahrnehmungseingeschränkten Patienten über den Tastsinn zu stimulieren und die Erinnerung an die Fähigkeit der Hände wachzurufen.
- Auditive Stimulation:
Grundsätzliches: Der Patient kann seine Ohren nicht abschalten - Visuelle Stimulation: Der Verlust liegt in der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit. Wichtig ist, dem Patienten Informationen über seinen Körper zu vermitteln.
Ziele der Basalen Stimulation in der Pflege:
- Leben erhalten
- das eigene Leben spüren
- Sicherheit erleben, Vertrauen aufbauen
- die Außenwelt erfahren
- Beziehung aufnehmen
- Begegnung gestalten
- Sinn- und Bedeutung erleben
Es ist eine persönliche Bereicherung für jede Pflegeperson, die Patienten mit Hilfe der Basalen Stimulation in der Pflege noch besser betreut zu wissen.
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